Die Rolle der Schwälblesklinge im Stadtklima von Stuttgart:



Die Schwälblesklinge gehört zur wichtigsten Belüftungsachse Stuttgarts, dem Tal des Nesenbachs, durch das die nachts auf den Fildern gebildete Kaltluft in den Talkessel hineinfließt . Die lokalklimatische Funktion dieses Tales beruht auf seiner Orientierung in der Hauptwindrichtung (Süd-West), was zu einer Kanalisation der Windströmung führt und die notwendige Durchlüftung in der Hauptbebauungsachse fördert.

Beim Ausbleiben dieser ausgeprägten Winde ist das Tal imstande, ein rein thermisch induziertes Windsystem zu erzeugen. Die Größe dieses Talsystems zwischen Vaihingen, dem Schattenring und der Degerlocher Karl-Kloß-Straße sowie die auftretenden Höhenunterschiede bewirken ein durch Temperaturunterschiede aufrechterhaltenes Luftbewegungssystem, das einem Berg- und Talwindsystem nahekommt. Erwartungsgemäß wirkt sich dieses Windsystem am deutlichsten in Heslach aus. Windmessungen aus der Stuttgarter Innenstadt (Schwabenzentrum) verdeutlichen ein von der Tageszeit abhängiges Windsystem im Zusammenhang mit dem Nesenbachtal.

Daraus resultierende Probleme:

Die Lage der dicht bebauten Innenstadt in einem Talkessel, der zudem bezüglich der Hauptwindrichtung Südwest abgeschirmt ist, führt zu Windarmut und häufiger Inversionsbildung. Emittierte Schadstoffe können schlecht abtransportiert werden. Insbesondere in der Innenstadt werden in stark befahrenen Straßenschluchten heute noch recht hohe Schadstoffbelastungen festgestellt.

Lösungsansätze:

Falsche Bebauung kann zu Störungen im sensiblen Stuttgarter Windsystem führen. Die Erhaltung von nächtlichen Hangabwinden und Frischluftströmen (z.B. Schwälblesklinge) ist ein wichtiges Anliegen der Stadtklimatologie.