Die Geologie der Schwälblesklinge: Der Knollenmergel (km 5)

Einer der geologischen Schwerpunkte des Lehrpfads in der Schwälblesklinge ist der über dem Stubensandstein auftretende Knollenmergel, der für die Rutschgefährdung im Bereich seiner Hänge verantwortlich ist. Sein Name bezieht sich dabei auf die z.T. handballgroßen Kalkknollen (Konkretionen), die sich in seinen mergeligen Schichten eingelagert haben.

Obstwiese Kressart bei Sonnenberg

 

(Standort Tafel 6/8)

rund 30 - 35 m mächtige Gesteinsformation im Oberen Keuper; bandförmige Verbreitung südlich einer gedachten Linie Sindelfingen - Stuttgart.

Herkunft und Sedimentationsbedingungen:

• Sedimentationsbedingungen:  trocken-wüstenhaftes Klima; äolischer Transport und anschließende Ablagerung im Germanischen Becken; aus tektonischer Sicht fand eine Absenkung des Landes statt, wodurch es zur Transgression des Oberkeupermeeres über das Festland des Vindelizischen Landes und der Böhmischen Masse kam.

• Die obersten Meter des Knollenmergels sind als Folge von Sauerstoffmangelbedingungen unter Stauwassereinfluß fast immer gebleicht und dann grün-gräulich gefärbt.

Gesteinseigenschaften (fazielle Ausprägung):

• Der Knollenmergel besteht aus roten, rotbraunen oder violetten Tonschichten, die lagenweise von hellen Kalkkonkretionen, den "Knollen", durchzogen sind.

kohärenter ( ungeschichteter ), sehr feiner Tonstein (Schlammstein, "mudstone").

Reliefeigenschaften:

Hangbildner; bildet den letzten Geländeanstieg innerhalb der Keuperformation zwischen dem Stubensandstein und dem bereits zum Unterjura gehörenden Arietenkalk (Lias alpha).

• Im Mesorelief z.T. sehr welliger Untergrund, häufig von kleinen Fließzungen übersät; intensive Rutschgefährdung.

Böden:

 • Braunerde-Pelosole und Pelosole (Tonböden), auch "Minutenböden" genannt; sehr schwierig nutzbar; bei der Bearbeitung der Böden ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt (daher "Minutenböden") zu treffen, da die Pelosole in nassem Zustand sehr schwere, in trockenem Zustand wiederum steinharte und von klaffenden Trockenrissen durchzogene Böden sind; durch Dreischichttonminerale eigentlich sehr nährstoffreich, doch können diese wegen der schlechten Durchwurzelbarkeit des dichten Bodengefüges nur schwer von den Pflanzen erreicht werden.

Stubensandstein ( km 4 ) Kieselsandstein ( km 3 s ) Obere Bunte Mergel ( km 3 o ) Untere Bunte Mergel ( km 3 u ) siehe links ( km 5 )

 

Bilder:

Obstwiese Kressart

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