Die Geologie der Schwälblesklinge: Das Pleistozän



Das Blockbild zeigt die Situation während der Eiszeit im periglazialen Gebiet, also der Landschaft, die nicht von Eismassen bedeckt war. Hier kam es aufgrund nur spärlich vorhandener Vegetation zu Löss-Auswehungen von den Flusstälern und deren Ablagerung auf den Flächen, wie z.B. auf der Filderebene (Illustration: Bettina Allgaier).



Im folgenden Bild ist deutlich zu erkennen, daß in Süddeutschland die Landschaft nicht vollständig von Eis bedeckt war. Nur wenige Mittelgebirge wie der Schwarzwald, die Vogesen und der Bayerische Wald waren teilweise vergletschert. Die größte Eis-Ausdehnung wurde in der Riss-Kaltzeit erreicht; sie betrug rund 49 Mio km² und war damit mehr als dreimal so groß wie die heutige polare Vereisung.

Ausdehnung der letzten Kaltzeit in Europa:

Gletscherausdehnung in der Weichsel-/Würmeiszeit (Quelle: DIERCKE Weltaltlas (1997)



Zeitliche Abfolge der Eiszeiten

In der Zeittafel wird das Pleistozän in den geologischen Zusammenhang eingeordnet. Zusammen mit der heutigen Nacheiszeit, dem Holozän, bildet es die Zeiteinheit des Quartärs, welches vor ca. 2,6 Mio Jahren begann.


Quelle: Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg

Eiszeiten

Im Pleistozän werden mehrere Kaltzeitkomplexe unterschieden, die nach Flüssen benannt wurden und oft die Grenzen des jeweils weitesten Gletschervorstoßes bildeten. In Süddeutschland sind dies der Biber-Donau-Kompex, der Günz-Komplex, der Haslach-Mindel-Komplex, der Cromer-Komplex sowie der Riß-Würm-Komplex (s. Abbildung oben). Zwischen den kalten Klimaphasen fanden auch wärmere Phasen (Interglaziale) statt, in denen sich das Eis zurückzog. Aus nachfolgender Abbildung ist ein klimaabhängiger Zyklus der Sediment- und Bodenbildung von einer Warmzeit über eine Frühkaltzeit (Frühglazial) zur Vollkaltzeit (Hochglazial) und über eine Spätkaltzeit (Spätglazial) wieder zur Warmzeit (Interglazial) dargestellt.


Schema des klimaabhängigen Zyklus der Sediment- und Bodenbildung (einschließlich des Vegetationswandels) in der trockenen Lösslandschft Mitteleuropas (Quelle: Lozek 1976)