Hochwasser

Blick von der neuen Saltinabrücke (Brig) in Richtung des wolkenverhangenen Einzugsgebiets der Saltina

Die Hochwasserkatastrophe von Brig am 24. September 1993 hatte verschiedene Ursachen. Zum einen gab es dreitägige, anhaltend schwere Regengüsse mit flächenmäßig großer Ausdehnung, zum anderen eine warme, südliche Höhenströmung mit Staulagen, die dauernd neue Regengüsse brachte und die Schneefallgrenze bis 3000 m anhob. Der Niederschlag fiel somit auch in der Höhe nicht als Schnee, sondern als Regen, der auf den gesättigten Böden rasch abfloss. Das daraus entstandene Hochwasser setzte enorme Geschiebemengen um - im Moment der Katastrophe rund 1,5 Tonnen pro Sekunde - und transportierte sie talabwärts im Bett der Saltina.Die Geschiebe verklausten die alte Saltinabrücke im Zentrum von Brig. Dadurch verlies die Saltina ihr Bett und der gesamte Hochwassserabfluss mit Geschieben ergoss sich in die Altstadt.Als Ursache gilt laut einer ETH-Studie eine Korrektur der Flussbettneigung, die 1958 beim Bau der alten Saltinabrücke gemindert wurde. Die kurz vor der Brücke erstellten Absturzbauwerke bedeuten einen markanten Gefällsknick, der das Geschiebetransportvermögen stark reduziert. Beim Spitzenabfluss staute sich das mitgeführte Geschiebe der Flachstrecke vor der Brücke derart auf, dass es zu diesem folgenschweren Ausbruch kam.

Marktplatz von Brig mit Blick in Richtung des ankommenden Hochwassers

Das Hochwasser schoss vor der hintersten Häuserreihe auf den Marktplatz (vgl. hierzu auch das Bild auf der vorigen Seite), floss die Treppen hinab und direkt auf den Betrachter zu. Dabei wurde der Marktplatz meterhoch mit dem dabei mitgeführtem Geschiebe zugedeckt (s. unten).

Quelle: www.planungen-konzepte.ch/hubbrucke/siahub.htm

Mit Geschiebemassen zugedeckte Altstadt in Brig

Vom Hochwasser betroffene Straße

Nach verlassen des Marktplatzes floss das Hochwasser die Bahnhofstraße entlang auf den Bahnhof von Brig zu.Um einen Endruck von der Höhe der Wasser- und Geschiebemassen zu bekommen wurden Gedenktafeln an einigen Hauswänden angebracht. .

Technische Zeichnung der Brückentechnik

Um nicht wieder Opfer eines Hochwassers zu werden, beschloß man, die Brücke neu zu bauen und die Saltinaverbauung zu verbessern.Beim Bau der neuen Brücke bediente man sich einer ausgefeilten Technik: Sollte die Saltina irgendwann einmal wieder über einen gewisse Höhe ansteigen, so wird Wasser in seitlich in Schächten der Kanalwand abfließen und einen dort befindlichen Tank füllen. Beschwert durch das Gewicht des Wassers wird der Tank die Saltinabrücke über Stahlseilzüge anheben, und das ganz ohne menschliches zutun.

Die neue Brücke

Die Brücke der Saltina in ihrer heutigen Form.Gut zu erkennen die Seilzüge , die die gesamte Brücke anheben und der bewegliche Teil der Brücke, der sich bei Hochwasser automatisch anhebt (s. Bild rechts).

Die Saltinabrücke in gehobenem Zustand (Quelle: www.planungen-konzepte.ch/hubbrucke/siahub.htm)

Pegelstandsmessanlage als Frühwarnsystem

Mit dem Bau der neuen Brücke wurde auch eine Vorrichtung zur Messung des Pegelstandes installiert.Dabei wird mittels Radar (2) der Pegelstand der Saltina gemessen und für interessierte Beobachter auf einer Walze (3) aufgezeichnet. Gleichzeitig werden die Daten online an die Hochwasserzentrale weitergeleitet.Für die Radarmessung entschied man sich aufgrund der Unempfindlichkeit gegenüber Regen, Schnee und Temperaturschwankungen und dem geringen Wartungsaufwand.Gleichzeitig befindet sich noch eine Sonde im Einsatz, die den Durchfluß misst, da das Radar hierfür zu ungenau ist. Alle die sich für die aktuellen Wasserstände der Saltina interessieren, sollten diese Seite besuchen: BWG Hydrologische Daten: Saltina-Brig

Links zum Thema:

BWG Hydrologische Daten: Saltina-Brig

BWG Hydrologische Daten: Rhone-Brig

Die Hubbbrücke "Saltina" in Brig-Glis

Nationale Plattform Naturgefahren PLANAT: Hochwasser


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