Die alpinen Höhenstufen

(von Hans-Jörg Eberhardt)

1. nivale Stufe: Jahresmittel <-3° C;

Fels- und Eisregion; durchschnittliche Schneeniederschläge übertreffen das Abschmelzen; starke Schwankungen der Grenze beeinflußt von Exposition, Hangneigung, Ausgangsgestein, Bodenakkumulation,...;

Moose, Flechten, polsterbildende Blütenpflanzen, Schneealgen.

 

2. alpine Stufe (mit Waldgrenze): Unterteilung von ELLENBERG in

- alpine Stufe: Jahresmittel > -1 bis -3° C; alpine Rasen und Mattenregion; wenig Zwergsträucher (Alpenrose, Heidel-/Preisel-beere...), da schlechter Schneeschutz und einzelne Baumkrüppel

Waldgrenze (Wärmemangelgrenze; sehr komplexe Faktoren):=> fast überall gebildet durch Zirbe (=Zirbelkiefer oder Arve).

- subalpine Stufe: Jahresmittel >0° C; Nadelwälder: alpenrosenreiche Zirben-Lärchenwälder (teilw. Fichte bis 2000 m)

 

3. montane Stufe: Unterteilung von ELLENBERG in

- montane Stufe: korrelierbar mit Buchen-Obergrenze, Buche im Engadin von Föhre ersetzt (kont.); Jahresmittel >3° C; Anbau von Getreide, Kartoffeln, Obst noch möglich.

- submontane Stufe: Übergang von collin zu montan; meist Eichenwälder

 

4. colline Stufe:

meist kultivierte Hügel- und Fußregion des südl. Alpenvorlandes; mittl. Jahrestemp. >6°C; Wälder mit Stein-, teilw. Flaumeiche, Kastanie, Kiefer. In den tief eingeschnittenen Tälern: mediterraner Einfluß mit Oliven- und Weinbau.

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Bild 1: Vegetationshöhenstufen im Bergell (Südexposition)

 

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Abb. 1: Schematische Darstellung der Höhenstufen (aus ELLENBERG, H. (1996))

Definitionen der Baumgrenzen:

Baumgrenze: freistehende Individuen können noch emporsteigen. Wichtig ist nicht Art und Länge der Winterkälte, sondern der Vegetationsperiode im Sommer

Engadin => Klima sehr kontinental => trockene Sommer und lange, kalte Winter

Waldgrenze (= Wärmemangelgrenze; sehr komplexe Faktoren):

Nach ELLENBERG die Grenze, an der geschlossene Bestände von zahlreichen Baumindividuen haltmachen

Kampfzone (zwischen Baum- und Waldgrenze):

mit Krummholz- bzw. Kampfwaldgesellschaften mit Zwergsträuchern (Alpenrose, versch. Beeren)

 

Spezialfall Oberengadin: