Die alpinen Höhenstufen
1. nivale Stufe: Jahresmittel <-3° C;
Fels- und Eisregion; durchschnittliche Schneeniederschläge übertreffen das Abschmelzen; starke Schwankungen der Grenze beeinflußt von Exposition, Hangneigung, Ausgangsgestein, Bodenakkumulation,...;
Moose, Flechten, polsterbildende Blütenpflanzen, Schneealgen.
2. alpine Stufe (mit Waldgrenze): Unterteilung von ELLENBERG in
- alpine Stufe: Jahresmittel > -1 bis -3° C; alpine Rasen und Mattenregion; wenig Zwergsträucher (Alpenrose, Heidel-/Preisel-beere...), da schlechter Schneeschutz und einzelne Baumkrüppel
Waldgrenze (Wärmemangelgrenze; sehr komplexe Faktoren):=> fast überall gebildet durch Zirbe (=Zirbelkiefer oder Arve).
- subalpine Stufe: Jahresmittel >0° C; Nadelwälder: alpenrosenreiche Zirben-Lärchenwälder (teilw. Fichte bis 2000 m)
3. montane Stufe: Unterteilung von ELLENBERG in
- montane Stufe: korrelierbar mit Buchen-Obergrenze, Buche im Engadin von Föhre ersetzt (kont.); Jahresmittel >3° C; Anbau von Getreide, Kartoffeln, Obst noch möglich.
- submontane Stufe: Übergang von collin zu montan; meist Eichenwälder
4. colline Stufe:
meist kultivierte Hügel- und Fußregion des südl. Alpenvorlandes; mittl. Jahrestemp. >6°C; Wälder mit Stein-, teilw. Flaumeiche, Kastanie, Kiefer. In den tief eingeschnittenen Tälern: mediterraner Einfluß mit Oliven- und Weinbau.
Bild 1: Vegetationshöhenstufen im Bergell (Südexposition)
Abb. 1: Schematische Darstellung der Höhenstufen (aus ELLENBERG, H. (1996))
Definitionen der Baumgrenzen:
Baumgrenze: freistehende Individuen können noch emporsteigen. Wichtig ist nicht Art und Länge der Winterkälte, sondern der Vegetationsperiode im Sommer
Engadin => Klima sehr kontinental => trockene Sommer und lange, kalte Winter
Waldgrenze (= Wärmemangelgrenze; sehr komplexe Faktoren):
Nach ELLENBERG die Grenze, an der geschlossene Bestände von zahlreichen Baumindividuen haltmachen
Kampfzone (zwischen Baum- und Waldgrenze):
mit Krummholz- bzw. Kampfwaldgesellschaften mit Zwergsträuchern (Alpenrose, versch. Beeren)
Spezialfall Oberengadin:
Klassischer Krummholzgürtel fehlt aufgrund Schneemangels (kein optimaler Schneeschutz) Problem: anthropogene Manipulation der Höhenstufen (Rodung, Bergbau & Verhüttung im Mittelalter, Alp- & Landwirtschaft, Brenn- & Bauholz anthropog. Depression d. Waldgrenze addiert zur klimatischen Depression) ZIRBE: bildet obere Waldgrenze; bis 40 Grad unempfindlich; wächst langsamer aber verjüngt sich besser als Lärche (Tannenhäher); vermehrt auf Schattseite, exponiertem, felsig-steilem Terrain; bevorzugtes Bau- & Möbelholz (Zaunpfähle/Hütten/Stüberl/Brennholz) LÄRCHE: auf Sonnseite, Talsohle, Schuttkegel anthropogen bevorzugt, da vermehrt Zirben geschlagen wurden; braucht offenen Boden zum keimen (Brandrodung bis 20.Jhdt) FICHTE: größeres Vorkommen auf der Schattseite im Bereich der "Malojaschlange" (Feuchte => Begünstigung; sonst zu trocken) GRÜNERLEN: feuchte Stellen => Lawinenbahnen/Murgänge LEGFÖHREN: trockene Stellen; beide bis in alpine Stufe Spezialfall: Rundhöcker (-landschaft) um Maloja: dünne Bodendecke =>Berg/Legföhren (s. Bild) BIRKE: nur vereinzeltes Vorkommen