Namibia-Exkursion 2007

Mensch und Kulturraum - Die Landwirtschaft in Namibia


Die Landwirtschaft, das planmäßige Betreiben von Ackerbau und Viehhaltung zum Erzeugen von tierischen und pflanzlichen Produkten, trägt für einen Großteil der Bevölkerung von Namibia zur Existenzsicherung einen sehr wichtigen Teil bei. Die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen unterscheidet sich jedoch innerhalb des Landes sehr stark. Aus der Höhe der relativ zuverlässigen Niederschlagsmenge pro Jahr und der ständigen Wasserversorgung sowie des Wasserdefizits einer Region wird folglich die Nutzung der Flächen bestimmt. Weitere Klimadeterminanten, die das natürliche Potenzial einer Region mitbestimmen, sind: Luftfeuchte, Sonnenscheindauer pro Tag, Sonneneinstrahlung, jahresdurchschnittliche Temperatur, Verdunstung pro Jahr und Niederschlagsvariabilität.

Average annual rainfall in Namibia


Water deficit in Namibia

Ungefähr 84% der Gesamtfläche Namibias kann allerdings, trotz einer Dürregefährdung von 4-9 Jahre, als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden.
Die landwirtschaftliche nutzbare Fläche wird dabei zu 48 % von Fleischrinderfarmen, 14,5% von Mischbetrieben (Klein-, Großtierhaltung teilw. mit Ackerbau) und ca. 37% von Betrieben mit Kleintierhaltungen genutzt. Die regionalen klimatischen Gegebenheiten entscheiden jedoch über die adäquate Nutzung einer Fläche.

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Regenfeldbau

Die klimatische Risikogefährdung der Landwirtschaft in Namibia ist selbst in der Verbreitung des Regenfeldbaus zu erkennen. Das teilweise Überschreiten der agronomischen Trockengrenze (500 mm Jahresniederschlagslinie) im Norden des Landes nahe der Grenzflüsse und umweltangepasste Anbaumethoden ( mehrfaches Bearbeiten der Bodenoberfläche, Einsickern der Niederschläge über eine längere Zeit vor der Einsaat) ermöglichen einen bescheidenen Anbau von Hirse, Mais, Weizen, Bohnen und Sonnenblumen, der den Bedarf an Grundnahrungsmittel jedoch nicht decken kann. Namibia muss viele Grundnahrungsmittel einführen.

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Großflächiger Bewässerungsfeldbau

Der Bewässerungsfeldbau hat in Namibia eine geringere Bedeutung als der Regenfeldbau. Derzeit wir lediglich 8% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewässert. Hauptgrund dafür ist der Mangel an Wasser, die teilweise schlechte Bodenqualität und der nur zögernde Einsatz von ökonomischen Bewässerungsmethoden.
Eine landwirtschaftliche Nutzfläche kann man auf zwei Arten bewässern, zum einen mit einem kostenintensiven Zirkelberegnungsverfahren und zum anderen mit einem kostengünstigeren Flutbewässerungsverfahren. Das Flutbewässerungsverfahren kommt vor allem in Flusstälern und an Staudämmen zum Einsatz.
Die vorhandenen Staudämme in Namibia dienen allerdings in erster Linie der Trinkwasserversorgung. In Einzelfällen aber gibt es in unmittelbarer Umgebung einiger Dämme Bewässerungsflächen, die nach einem Flutbewässerungsverfahren bewässert werden. Angebaut werden hier beispielsweise Mais, Weizen, Luzerne, Gemüse oder subtropische Früchte. Ein Beispiel für einen Bewässerungsfeldbau in der unmittelbaren Umgebung eines Staudammes ist die Bewässerungsfläche am Hardap-Damm.

abbildung1 abbildung1

Bild Hardap-Damm: geflutete Bewässerungsfläche

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Weidewirtschaft

Landwirtschaftliche Fläche werden je nach Niederschlagsmenge, und folglich Vegetation, sowie räumlichen Gegebenheiten extensiv oder intensiv genutzt. Das natürliche Potential (Niederschlag, Vegetation) einer Fläche bestimmt in Namibia die räumliche Verteilung und die Art und Weise des Ackerbaus, der Viehhaltung und der Farmgrößen. Die unterschiedlich natürlichen Potentiale der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen Namibias erfordern dementsprechend eine stark angepasste Lebens- und Wirtschaftsweise. Die angepasste Lebens- und Wirtschaftsweise der namibischen Bevölkerung wird auch in der Verteilung von Nutzvieh sichtbar. Während im Norden vorwiegend Rinder gehalten werden, gibt es in der Landesmitte neben Rindern auch Schafe und Ziegen, welche an trockene Gebiete besser angepasst sind. Im Süden Namibias lässt jedoch das natürliche Potential hauptsächlich nur eine Schaf- und Ziegenhaltung zu.

Verteilung von Nutzvieh und Bewässerungsgebiete

Das natürliche Potential einer Region bestimmt nicht nur die Verteilung von Nutzvieh, sondern auch die benötigte Größe der Weidefläche für Tiere. Dies erklärt auch die Tatsache, dass Weideflächen in Namibia unterschiedlich große Dimensionen einnehmen. Im feuchteren Norden, wo die agronomische Trockengrenze z. T. überschritten wird, braucht ein Rind, bis zum Erreichen seines Schlachtgewichts, 15-18ha Naturweide, während ein Rind im Süden ca. 30-35ha Weidefläche benötigt. Um dem unheimlichen Weidedruck, vor allem im Süden, entgegenzutreten, hat man ein System der Umtriebweide eingeführt. Mit diesem System will man verhindern, dass der Gras- und Wurzelbestand einer Weide nachhaltig geschädigt wird. Ziel dieses Systems ist es, die mehrjährigen Gräser und den Wurzelbestand dieser Gräser in Trockenperioden zu schützen. Dieses System sieht vor, dass sich das Vieh nur für eine kurze Zeit in einer eingezäunten Fläche (Kamp) aufhält, bevor die nächste eingezäunte Fläche geöffnet wird. Die Umtriebweide soll sicherstellen, dass einerseits das Gras nur bis auf eine bestimmte Höhe abgefressen wird und dass es andererseits zu keinem selektiven Abfressen der pflanzlichen Substanz einer Weide kommt. Mit der Umtriebweide will man nicht nur den Grasbestand einer Weide schützen, sondern das Gleichgewicht zwischen verschiedenen flachwurzelnden Gräsern und tiefwurzelnden Hartholzgewächsen sicherstellen.


Eine Verminderung des Gräserbestandes einer Weide hat Auswirkungen auf die pflanzliche Substanz einer Weide. Kommt es zu einer Dezimierung des Gräserbestandes führt dies zu einer Vermehrung der tiefwurzelnden Hartholzgewächse, was wiederum bedeutet, dass die Gefahr der Verbuschung ansteigt. Verbuschtes Land ist sowohl für den Menschen als auch für das Vieh unbrauchbares Land. Die tiefwurzelnden Hartholgewächse, beispielsweise Dorngewächse, werden sowohl von Tieren als auch von Menschen gemieden. Um dieses verbuschte, unbrauchbare Land wieder zurück zu gewinnen, muss man es entweder chemisch oder mechanisch entbuschen.

verbuschtes Land

 

Eine weitere problematische Erscheinung, die sich auf Weideflächen abzeichnet, ist die Überweidungserscheinung, fast immer durch zu großen Viehbestand verursacht. Weideflächen werden insbesondere in Dürreperioden von einem zu großen Viehbestand fast vollständig abgeweidet, und somit nachhaltig geschädigt. Nachhaltigen Schaden für eine Weide können vor allem Ziegen vornehmen. Sie grasen nicht nur Gräser vollständig ab, sondern rupfen die Wurzeln der Gräser heraus, so dass es zu nachhaltigen Schäden wie zum Beispiel zur Absenkung des Grundwassers, zur Bodenzerstörung, zur Degradation und Verbuschung der Weiden kommt. Eine weitere nachhaltige Schädigung des Ökosystems wäre die Desertifikation (Man-made desert).


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Farmwirtschaft

Vergleichbar mit den unterschiedlich großen Weideflächen gibt es in Namibia auch unterschiedlich große Farmgröße, wo Viehzucht betrieben wird. Die mittlere Farmgröße nimmt von 5.000 ha im Norden auf 10.000 ha in der Landesmitte bis 30.000 ha im Süden zu. Auch hier spielt das natürliche Potenzial einer landwirtschaftlich nutzbaren Fläche eine entscheidende Rolle. Bedauerlicherweise werden manchmal Farmen genauso wie Weiden inadäquat bewirtschaftet, so dass es auch hier zu nachhaltigen Schäden kommt. Nachhaltige Schäden auf einer Farm können demgemäß eine spätere Ausweitung der Farmgröße zur Folge haben.
Die Viehzucht hat in Namibia schon immer eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die traditionelle thesaurische Viehhaltung hat letztendlich zu einer Großtierhaltung in Namibia geführt.

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Die Großtierhaltung

Namibia erwirtschaftet den Großteil seiner Einnahmen hauptsächlich aus der Großtierhaltung, aus der Schaf- und Fleischrinderhaltung.
Allgemein kann man sagen, dass der regenreiche Norden Namibias der Großtierhaltung vorbestimmt ist. Die Landesmitte, einschließlich der westlichen Kalahari ist dagegen ein Übergangsgebiet, wo die dominierende, stationäre Rinderhaltung in eine Schaf- und Ziegenhaltung übergeht.
Die Zucht von Angora-Ziegen aber insbesondere von Merino- und Karakulschafen wird demzufolge im Süden des Landes verfolgt, wogegen die Fleischrinderhaltung vor allem in den zentralen und nördlichen Landesteilen erfolgt. Die Einnahmen aus der Schafhaltung, insbesondere aus der Karakulschafhaltung gehen nicht nur wie bei den Rindern aus der Fleischproduktion, sondern auch aus der Fellproduktion hervor. Ausgeführt werden aus Namibia vor allem Karakulfelle, Wolle, Frischfleisch und Konserven.
Weniger als 20 % des Frischfleisches werden in EG-Länder exportiert. Namibias wichtigster Handelspartner für Rindfleisch ist jedoch, trotz Reduzierung der Abhängigkeit vom südafrikanischen Markt, die Republik Südafrika. Über 60 % des jährlichen Schlachtviehbestandes Namibias wird als Lebendvieh exportiert. Dies deckt ca. 10% des von Südafrika benötigten Rindfleisches.
Höhere Rindfleischpreise auf dem europäischen Markt sollen den namibischen Großtierhaltern zugute kommen und dazu beitragen, dass sich Kleinindustrie und Gewerbebetriebe im Land etablieren können. Man erhofft sich damit, dass die Verarbeitung von Häuten und Fellen zu Lederprodukten in Zukunft im Lande erfolgt.
Die ökonomischen Grundlagen der Landwirtschaft basieren nicht nur auf den Einnahmen der Großtierhaltung, sondern auch auf den Einnahmen der Wildtierhaltung.

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Wildtierhaltung

Namibia ist reich an Wild und weiß es mittlerweile auch wieder richtig zu nutzen. Während es in den 80er Jahren vor allem sein Wildfleisch nach Europa exportiert hatte, musste es seit der Öffnung des osteuropäischen Marktes, einen starken Rückgang bei den Exportzahlen von Wildbret hinnehmen. Mittlerweile exportiert Namibia fast kein frisches Wildfleisch mehr, sondern verarbeitet Wildfleisch zu Rauch- und Dörrfleisch (Biltong) oder zu Wildsalami.
Derweilen hat Namibia den ökonomischen Nutzen von Wildfarmerei entdeckt. Im Vergleich zur Großtierhaltung kann die Wildfarmerei einige Vorteile aufweisen. Wild benötigt, im Gegensatz zum Rind- oder Schafhaltung, keine Aufsicht, und kann Trockenjahre besser überstehen, ohne dass die Qualität des Wildfleisches darunter leidet. Die Lebensweise des Wilds hilft außerdem die landwirtschaftlich nutzbare Fläche zu schonen, indem durch Verbiss der Verbuschung entgegen getreten wird. Der Nutzen der Wildfarmen muss demzufolge nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch betrachtet werden. Die Eröffnung einer Wildfarm (game farming) neben dem normalen landwirtschaftlichen Betrieb als touristischen Nebenerwerb gilt bei vielen Farmern, vor allem in Dürreperioden, als zusätzliche wirtschaftliche Absicherung. Viele Gästefarmen bieten neben Unterkunft und Verpflegung auch Safaris an. Einige Gästefarmen haben sich neben Safaris auch auf die Jagd spezialisiert, wo Trophäenjäger ihrem Hobby nachgehen können. Gästefarmen müssen hier allerdings darauf Acht geben, dass der Wildbestand ihrer Farm nicht nachhaltig reduziert wird. Der Schutz des Wildbestandes, allgemein der Schutz natürlicher Ressourcen, bekommt einen anderen Stellenwert. Die ökonomischen Profite dürfen aus ökonomischen Gründen nicht, oder nicht mehr, über die natürlichen Ressourcen gestellt werden.

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Conservancy - Konzept

Dieses Konzept wurde ins Leben gerufen, um die wirtschaftliche Entwicklung einiger ländlicher Gebiete mit Naturschutz vereinen zu können. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Community Based Natural Resource Management (CBNRM) Programm. Dieses Programm ist ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) zwischen Regierung, regierungsunabhängigen Organisationen (NGOs), Gemeinden und Entwicklungshelfern. Ziel dieses Programms ist es Anreize für Gemeinschaften zu schaffen, Wild und die natürlichen Ressourcen in ihrer unmittelbaren Umgebung in produktiver, ertragreicher und nachhaltiger Weise nutzen. Im Mittelpunkt dieses Projektes steht die Einbindung der lokalen Bevölkerung in Entscheidungen, die ihre eigenen natürlichen Ressourcen betreffen. Seit 1996 erlaubt die namibische Regierung lokalen Gruppen die Nutzung der natürlichen Ressourcen ihres Lebensraumes.
Dieses Konzept sieht vor, dass Gruppen und Gemeinschaften sich in „communal conservancies“ (kommunale Hege- oder Schutzgebiete) organisieren um so auf legale Art und Weise Nutzungsrechte an natürlichen Ressourcen übertragen zu bekommen. Der Staat verspricht sich von diesem Programm eine bessere wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Gebiete und einen besseren Schutz der natürlichen Ressourcen durch eine nachhaltige Nutzung dieser. Dieses Programm soll zum einen die natürlichen Ressourcen schützen und zum anderen einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der lokalen Lebensgrundlagen vieler armen Bevölkerungsgruppen leisten. Armut in ländlichen Gebieten soll durch alternative Einnahmequellen in Conservancies bekämpft werden. Positive Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz und die Wahrscheinlichkeit eines wirkungsvollen Naturschutzes unter der armen und ländlichen Bevölkerung erhöht werden, wenn der Bevölkerung ökonomische Anreize geboten werden.
Bei einem Hege- oder Schutzgebiet handelt es sich um ein durch verbindliche Grenzen definiertes Gebiet, das weiterhin dem Staat gehört, und welches für eine Registrierung einige Bedingungen erfüllen muss. Werden die unten angemerkten Bedingungen erfüllt, steht einer Übergabe der Nutzungsrechte vom Staat nichts mehr im Wege.
Bedingungen
Alle Einwohner einer „communal conservancy“ müssen sich über eine eingetragene Mitgliedschaft als Nutzergemeinschaft formieren. Einwohner erhalten vom Staat exklusive Nutzungsrechte über die natürlichen Ressourcen dieses Gebietes. Es erfolgt eine Neudefinition der Landnutzungsrechte, nicht jedoch der Landeigentumsrechte. Die Conservancy muss sowohl über eine Satzung als auch über einen detaillierten Managementplan verfügen, der bei allen geplanten Nutzungsstrategien (Tourismus, Jagd, etc.) gleichzeitig auch den Artenschutz berücksichtigt. Ein weiteres Instrument der Selbstorganisation wäre das repräsentative, von der Gemeinschaft demokratisch gewählte Komitee.

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Ziele des CBNRM-Programms

Die Ziele dieses Programms stehen unter dem Titel Selbstständigkeit und ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit. Dies wird erreicht, indem Conservancies die Möglichkeit haben staatlich quotierte Jagdkonzessionen zu vergeben, touristische Einrichtungen zu etablieren und mit privaten Unternehmen wirtschaftlich zu kooperieren. Die Zusammenarbeit mit dem MET (Ministry of Environment & Tourism) und den NGOs (Non Governmental Organisations) soll eine nachhaltige Wirtschaftweise der Conservancies gewährleisten. Weitere Ziele des Konzepts sind die Stärkung der Partizipation sowie die Einführung von demokratischen Umgangsformen. Innerhalb der Conservancies sollen sich breitere Teile der ländlichen Bevölkerung an den Entscheidungen über natürliche Ressourcen beteiligen können. Des Weiteren beabsichtigt das CBNRM, dass mehr Frauen beschäftigt werden um eine angemessene Repräsentation zu erlangen.

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Aufgaben der Conservancies

Zu den Aufgaben der Conservancies gehören das Erarbeiten von Entwicklungsplänen, die sich an den CBNRM- Zielen orientieren, das Aufstellen von Landnutzungsplänen, das Management zur Rekrutierung & Ausbildung von Personal, die Eindämmung der Wilderei, die jährliche Zählung des Wildbestandes, der Abschuss so genannter Problemtiere, der Abschluss von Verträgen mit Jagdveranstaltern, die Vergabe von Jagdkonzessionen, die Gründung von Joint Ventures.

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Probleme der Conservancies

Zu den Problemen der Conservancies gehören, dass der Lebensstandard der Bevölkerung in vielen Conservancies nicht merklich angestiegen ist. Viele Conservancies stagnieren sogar in ihrer Entwicklung aufgrund struktureller & politischer Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Programmziele, langwieriger und schwieriger Entscheidungsprozesse, der Uneinigkeit bei der Investitionsstrategie und aufgrund des Fehlens der notwendigen strukturellen Vorraussetzungen um die demokratischen, komplexen Entscheidungsprozessen in allen Ebenen reibungslos einleiten & umsetzen zu können. Die Akzeptanz von demokratischen Umgangsformen bei den traditionellen Autoritäten erschwert den Demokratisierungsprozess und verhindert teilweise die Durchsetzung vieler notwendiger Maßnahmen. Qualifizierte Mitglieder des Komitees haben oft aufgrund ihres jungen Alters keine ausreichenden Status in der Bevölkerung um notwendige Entscheidungen zu legitimieren und sind auf die Mithilfe der traditionellen Autoritäten stark angewiesen. Ein weiteres Problem vieler Conservancies ist die geringe Breite des touristischen Angebots was zur Folge hat, dass es nur wenige direkte und indirekte Beschäftigungsverhältnisse gibt. Die Einkommensunterschiede sind demzufolge innerhalb aber auch zwischen den einzelnen Conservancies sehr groß. Weitere Unterschiede gibt es innerhalb und zwischen den einzelnen Conservancies auch bei der Verteilung des Fleisches. Ein weiteres Problem womit viele Conservancies auch zu kämpfen haben, sind die zunehmenden Wildschäden.
Das Konzept kann aber nicht nur Probleme und Schwierigkeiten aufzeigen, sondern auch Erfolge.

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Erfolge der Conservancies

Zu den Erfolgen des CBNRM Programms und der Conservancies gehören insbesondere der Rückgang der Wilderei und der Anstieg an Wildtieren. Ein weiterer Erfolg ist, dass im Jahre
2002 der wirtschaftliche Nutzen des CBNRM- Programms erstmals größer als die jährlichen Ausgaben war. Im Jahr 2005 gab es schon 9 Conservancies von insgesamt 44 Conservancies (s. Karte), die sich selbstständig finanzieren konnten. Des Weiteren hat das Programm nicht nur zum Anstieg der Ganztagsjobs und Teilzeitjobs, sondern auch zur Verbesserung der weiblichen Stellung innerhalb einer Conservancy viel beigetragen.

Karte der Conservancies Ende des Jahres 2006
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erstellt 2007 von Fabian Drenkhan, Beate Fleischer, Jochen Scholtysik, Julia Stahl

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